Barings: Auswirkungen der Brände in Russland
Die Brände und Dürreereignisse haben sich möglicherweise auf die breitere Wirtschaft, die Stimmung der Verbraucher und sogar auf die politische Landschaft ausgewirkt. So reagierte Russland beispielsweise mit der Bekanntgabe, dass es für dieses Jahr möglicherweise ein Ausfuhrverbot für Weizen geben wird. Trifft dies zu, so kann man dies als guten Test für die neu gebildete Zollunion zwischen Russland, Kasachstan und Weißrussland sehen, denn das Ausfuhrverbot für Weizen wird Auswirkungen auf alle diese Länder haben, allen voran Kasachstan, das anscheinend eine gute Ernte einfährt und auch zur Hilfeleistung an Russland in der Lage sein dürfte, falls sich ein Defizit ergibt. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft sind so früh nur schwer abzuschätzen, in der Presse wird der Effekt jedoch auf ca. 15 Mrd. USDollar beziffert, also aktuell ca. 1 % vom BIP. Wir sind jedoch nicht ganz so sicher, ob diese Auswirkungen dauerhaft sein werden, siehe dazu die obigen Ausführungen zum Winterweizen. Deutlich sichtbar sind die Auswirkungen des Smogs auf Moskau. Da die Stadt mit 11 % des Industrieausstoßes und nahezu 20 % der Einzelhandelsumsätze den größten Teil der russischen Wirtschaft ausmacht, liegt es nahe, dass wir hier auch die stärksten Auswirkungen feststellen werden. Anekdotenhaft erfahren wir, dass es zu einer kleinen Abwanderungswelle aus Moskau kommt, und die Schwere und Dauer derselben wird den Einfluss besonders auf die Bereiche Finanzdienstleistungen und Bau bestimmen, in denen Moskau gesamtwirtschaftlich ebenfalls wichtig ist. Ungewiss bleibt, wie der Nettoeffekt davon aussehen wird, denn diese Menschen werden ihren Konsum nicht einstellen sondern ihr Geld wahrscheinlich anderswo ausgeben. Wir erwarten auch einen geringen Einfluss auf bestimmte Infrastrukturwerte wie Eisenbahnen und Häfen, bei denen die Ausfuhr von Getreide zum Geschäft gehört. Dabei werden die Auswirkungen auf die Erträge bei Hafenbetreibern auf ca. 7 % geschätzt, für Bahnbetreiber liegen die Schätzungen darunter. Durch die Zunahme des Verkehrs und die möglicherweise zu den Erträgen in den Nachbarländern hinzukommenden Roamingentgelte sehen wir auch einen möglichen positiven Ertragseffekt für Mobiltelefongesellschaften. Die Stimmung im Hinblick auf Düngemittelwerte ist positiv; der Gedanke dahinter ist, dass die schwache Ernte im Sommer die Winterernte unter Druck setzen wird, was gut für das Düngemittelaufkommen ist. Nichts davon ist dauerhafter Art und die Märkte dürften dies durchschauen, abgesehen von Düngemitteln, bei denen man die Winteraussaatzeit im Auge behalten wird.
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