FranklinTempleton: Aussichten für Europa
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Köln, den 23.02.2010 (Investmentfonds.de) -
Das drängendste Problem für Europa ist derzeit die Finanzlage
Griechenlands. Das betrifft nicht nur die abrupte Anpassung der
Defizitzahlen, sondern auch die Schuldenquote, die von 2009 auf
2010 von 113% auf 125% steigen soll. Erfahren Sie dazu die
Meinung von Dr. Michael Hasenstab, Fondsmanager des Templeton
Global Bond Fund, und seinen Kollegen des Global Fixed Income
Teams von FranklinTempleton aus ihrem aktuellen Marktüberblick:
Für Europa endete 2009 mit einem gewissen Missklang – obwohl
Statistiken und Umfragen meist optimistisch ausfielen. Das
Geschäftsklima in Deutschland erreichte im Dezember den höchsten
Stand seit Mitte 2008, während eine Umfrage unter britischen
Einkaufsmanagern aus dem produzierenden Gewerbe im selben Monat
ein 25-Monats-Hoch verzeichnete. Ein kräftiger Anstieg der
Arbeitslosigkeit, der das Jahr 2009 über weite Strecken prägte, ließ
nach, und die Arbeitslosenquote in Deutschland ist in den letzten
sechs Monaten sogar gefallen.
Dennoch wird für Europa weithin bestenfalls mit einer zähen
Konjunkturerholung gerechnet. Die Europäische Kommission erwartet
für 2010 in den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU)
einen BIP-Anstieg um dürftige 0,7% – weit weniger, als in den USA
prognostiziert werden. Die jährliche Geldmenge M-3 in der Wirtschaft
der Eurozone schrumpfte im November auf Jahresbasis. Die
Kreditvergabe der Banken an die Privatwirtschaft geht nach Angaben
der Europäischen Zentralbank (EZB) weiter zurück und hebt die
Sorgen um den Kreditstrom an Unternehmen der Eurozone hervor. Das
gedämpfte Aktivitätsniveau sowie ein Rückgang der Ölpreise schlugen
sich darüber hinaus in einer Inflationsrate nieder, die immer noch
deutlich unter dem EZB-Ziel von „knapp unter” 2% liegt. Der starke
Euro wackelt zwar, wirkt jedoch zusätzlich dämpfend auf die
konjunkturellen Aussichten in der Region.
Dabei haben die europäischen Staatschefs in letzter Zeit noch ganz
andere Sorgen. Dass Europa in der internationalen Hackordnung
zurückgefallen ist, zeigte sich auf der Klimakonferenz in Kopenhagen
im Dezember. Die Konferenz wurde ganz offensichtlich von den USA
und China dominiert, die zusammen mit Indien und Brasilien eine
unverbindliche Vereinbarung zum Klimawandel aushandelten, die die
europäischen Vorschläge weitgehend unberücksichtigt ließ – in einem
Bereich, in dem Europa zuvor als federführend galt. „Wir erhielten ein
paar Lektionen zu den Realitäten der sogenannten multipolaren Welt“,
meinte der schwedische Außenminister Carl Bildt augenzwinkernd.
Die Eurozone muss infolge der Probleme mancher ihrer finanzschwächeren
Mitglieder außerdem dringend in sich gehen. Ende 2009 kündigte die
neue griechische Regierung einen sprunghaften Anstieg des
prognostizierten Defizits für 2009 von 6,7% auf 12,7% an, was
deutlich über dem 3%-Limit des Stabilitäts- und Wachstumspakts der
Europäischen Union lag. Diese Meldung trug neben Herabstufungen der
Staatsanleihen-Ratings zum Zusammenbruch des griechischen
Rentenmarktes bei.
Die Defizite sind auf dem gesamten Kontinent explodiert, weshalb
internationale Investoren für Anleihen von Ländern wie Griechenland,
aber auch Irland, Portugal und Spanien, höhere Renditen verlangen.
Anders formuliert, die wirtschaftliche‚ “Konvergenz”, die aus der
Währungsunion hervorgehen sollte, als die EWU 1999 in Kraft trat,
wirkt eher wie ein Trugbild.
Doch das drängendste Problem für Europas Führer ist derzeit die
Finanzlage Griechenlands. Das betrifft nicht nur die abrupte
Anpassung der Defizitzahlen, sondern auch die Schuldenquote, die
von 2009 auf 2010 von 113% auf 125% steigen soll. Die
Schuldenquote ist damit so hoch wie nirgendwo sonst in den 27
Mitgliedsstaaten der EU und mehr als doppelt so hoch wie die für den
Beitritt zur Eurozone festgelegte Obergrenze von 60%. Die
Mitgliedschaft in der Eurozone bedeutet für Griechenland, dass es
seine Währung nicht abwerten kann, um die Wettbewerbsfähigkeit
wiederherzustellen. Stattdessen hat die griechische Regierung in aller
Eile einen Sparhaushalt vorgelegt, mit unwägbaren sozialen
Konsequenzen, und auch Steuerreformen.
Die Griechen bezeichnen es als Panikmache, wenn von
Zahlungsunfähigkeit gesprochen wird. Doch die Situation in
Griechenland hat Diskussionen ausgelöst, ob – und wenn ja, wie –
Griechenland von seinen europäischen Partnern gerettet werden
sollte. Die Debatte an sich zeigt schon, dass es unter den Mitgliedern
der Eurozone keinen vereinbarten Solidaritätsmechanismus gibt.
Obwohl die für die Europäische Währungsunion festgelegten
Regelungen Rettungsaktionen kategorisch ausschließen, hat eine
Reihe von Politikern aus der Eurozone nachdrücklich deutlich
gemacht, dass sie Athens Probleme innerhalb der Währungsunion
lösen will. Griechenland bliebe damit die Schmach erspart, sich an
den Internationalen Währungsfonds wenden zu müssen. Das würde
eine konzertierte Aktion von EZB, Europäischer Kommission und
einzelnen Regierungen voraussetzen. Andere Stimmen sprechen sich
jedoch dafür aus, dass der Ausschluss von Rettungsaktionen im
Interesse der Mitglieder der Eurozone als Gruppe glaubwürdig bleiben
müsse. Griechenlands Kritiker bezweifeln, dass es das Land künftig
schaffen wird, die verschwenderischen staatlichen Ausgaben durch
die Liquiditätsfazilitäten zu decken, die die EZB zur Verfügung stellt.
Anfang Januar stellte sich der leitende EZB-Mitarbeiter Jürgen Stark
auf die Seite der Rettungsgegner und meinte, die Europäische Union
werde Griechenland nicht aus seinen fiskalpolitischen Problemen
heraushelfen.
Das zentrale Problem Griechenlands ist mangelnde Haushaltsdisziplin.
Mangelnde fiskalpolitische Koordination und fehlende politische
Einheit könnten am Ende die ganze Eurozone ins Wanken bringen.
Wie die Dinge liegen, dürfte den Griechen und den Spaniern wohl
dieselbe starke Medizin verabreicht werden, die offenbar auch die Iren
eingenommen haben. Anders formuliert, eine Phase der Deflation,
gekennzeichnet durch tiefe Einschnitte bei öffentlichen Leistungen
und Gehältern, und höhere Steuern. Ein solch brutales Wirtschaftsregime
dürfte jedoch kaum geeignet sein, eine Währungsunion auf Dauer
aufrechtzuerhalten.
Auch andere Probleme tragen zur düsteren Stimmung in der Eurozone
bei, nicht zuletzt die Frage, wie und wann eine tragfähige
‚Ausstiegsstrategie’ aus verschiedenen Nothilfemaßnahmen zur
Stützung der Finanzinstitute Ende 2008 einzuleiten ist. Die
ausbleibende Inflation sollte diese Aufgabe erleichtern, doch wie die
schwachen Zahlen zu Geldmenge und Industrieaufträgen zeigen,
bleibt die europäische Wirtschaft anfällig.
Die europäischen Führer arbeiten ebenfalls an der Erstellung eines
Mehrjahresplans, um die sogenannte ‚Lissabon-Strategie’, die 2000
eingeführt wurde, zum Erfolg zu führen. Sie sollte den
maßgeschneiderten Entwurf zur Ankurbelung der Wettbewerbsfähigkeit
und des Wirtschaftswachstums in Europa liefern. Leider wurde keines
der Hauptziele der Lissabon-Strategie erreicht, ob die Steigerung der
Erwerbsquote auf 70% bis 2010, die Anhebung der Ausgaben für
Forschung und Entwicklung auf 3% des BIP oder eine jährliche
Wachstumsrate von 3%.
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Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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