05.07.2006
Cominvest: Positive Konjunkturdaten erwartet
Köln, den 05.07.2006 (Investmentfonds.de) - Dank moderater Äußerungen des
US-Notenbankchefs Ben Bernanke zur zukünftigen Geldpolitik verzeichneten die
Aktienmärkte die zweite Woche in Folge Kurssteigerungen. DAX- und
EuroStoxx50-Index verbesserten sich jeweils um rund 2,8 Prozent, der
amerikanische S&P500-Index legte um ca. 2 Prozent zu. Auch in Japan kam es
zu höheren Kursen, der Nikkei 225-Index verzeichnete ein Kursplus von 2,8
Prozent. Die Kursgewinne kamen insbesondere in den letzten zwei Handelstagen
er Vorwoche zustande, nachdem die US-Notenbank wie erwartet die Leitzinsen -
abermals um 25 Basispunkte - auf jetzt 5,25 Prozent erhöht hat. Die von
einigen Marktteilnehmern befürchtete Erhöhung um 50 Basispunkte blieb aus.
Im Gegenteil: Es wurden sogar vermehrt Hinweise auf eine baldige Zinspause
der Fed ausgemacht. Der US-Dollar geriet infolge der Zinsentscheidung unter
Druck und gab um nahezu 2 Prozent gegenüber dem Euro nach. Innerhalb der
Branchen wiesen Rohstoffwerte mit einem Plus von 4,4 Prozent die beste
Entwicklung auf. Das ist generell auf steigende Rohstoffpreise sowie
speziell auf die anhaltende Fusionswelle im Stahlbereich zurück zu führen.
In dieser Woche dürften sich die Aktieninvestoren nochmals besonders für die
Konjunkturdaten aus Europa und den USA interessieren. „Insbesondere die
ISM-Daten für das Verarbeitende Gewerbe heute und am Donnerstag für den
Dienstleistungssektor sowie die Industrieaufträge am Mittwoch sollten Aufschluss
darüber geben, wie stark die US-Wirtschaft aktuell wächst“, sagt US-Experte
Klaus Breil. „Wenn auch auf verlangsamter Basis, so sollte die expansive
Entwicklung weiterhin anhalten.“ Der Arbeitsmarktbericht für Juni am Freitag
beschließt den Datenreigen aus den USA.
In Europa ist der Auftragseingang der deutschen Industrie am Donnerstag von
besonderer Bedeutung. Hier sollte das Plus zwar geringer als im Vormonat
ausfallen, jedoch nach wie vor ein positives Konjunkturumfeld aufzeigen.
In dieser Woche stehen noch keine wichtigen Unternehmensdaten an. Gegen Ende der
Woche werden Absatzzahlen von Audi und BMW für den Monat Juni erwartet, auch
einige Fluggesellschaften legen Verkehrszahlen vor. Frische Impulse dürften die
Aktienmärkte erst mit Beginn der Quartalsberichtssaison erhalten, die ab dem 10.
Juli startet. Angesichts des Nationalfeiertags in den USA am Dienstag und daher
geschlossener Börsen dürfte die Handelswoche durch geringere Volumina und einem
teils volatilen Handel gekennzeichnet sein. Eine Konsolidierung würde angesichts
der teils hohen Kursgewinne der vergangenen zwei Handelswochen nicht überraschen.
Auch der im Zuge der „Zinseuphorie“ wenig beachtete Ölpreis, der mittlerweile
wieder ein Niveau von mehr als 73 US-Dollar für ein Barrel Brent erreicht hat,
könnte sich kurzfristig als Belastungsfaktor für weitere Kurssteigerungen
erweisen.
Die wichtigsten Einflüsse am Rentenmarkt gehen in der dieser Woche von den
Notenbanken aus. Die Eine, nämlich die EZB, hält ihre monatliche Sitzung ab und
wird nach Einschätzung von Cominvest den Leitzins unverändert bei 2,75 Prozent
belassen – die Andere, die US-Notenbank Fed, wird hingegen nicht tagen. Dennoch
wird die Fed die in dieser Woche anstehenden US-Daten sehr genau beobachten, um
dann zu entscheiden, ob weitere Zinserhöhungen notwendig sind. So wird der
wichtigste konjunkturelle Frühindikator der USA, der ISM-Index, veröffentlicht
und am Freitag wird der Arbeitsmarktbericht Auskünfte über die Lage der
Beschäftigung geben. Cominvest erwartet jeweils recht freundliche, gegenüber dem
Vormonat wieder ansteigende, Werte. Dennoch bleibt die Angst vor weiteren
Zinsschritten der Fed. Vor diesem Hintergrund dürfte der Markt kaum Korrektur-
potenzial haben. Cominvest erwartet daher kaum Bewegung am Rentenmarkt mit Werten
um die 115,50 für den Bund-Future.
Quelle: Investmentfonds.de